Gestern stolperte ich über das Profil von Ricciolina. Sie berichtete über die Geburt ihrer kleinen Cousine (wenn ich jetzt mal die Verwandschaftsbeziehungen richtig verstanden habe ;-)) und zwei Posts davor (hier klick) erzählte sie von ihrer GROßFAMILIE und brachte mich echt ins Grübeln.
WO gibt's sowas heute noch überhaupt???
Bei mir in meinem näheren -und auch weiteren- Umfeld jedenfalls nicht (mehr), zumindest nicht so direkt!
Ich habe einen 5 Jahre jüngeren Bruder und eine 10 Jahre ältere Halbschwester, beide zusammen haben 4 Mädels und auch ich habe eine Tochter, macht ergo für meine Eltern 5 Enkelinnen. Aber das war's dann auch schon im engen Verwandtschaftskreis.
Mein Vater war letztlich Einzelkind (3 Geschwister starben ganz jung, was total hart für meine Großmama war!) und meine Mutter hat noch 1 Schwester und 1 Bruder. Beide haben zusammen 8 Kinder, plus wir beide (meine Halbschwester ist eine "Studentenerinnerung" meines Vaters ;-)), machte für meine französischen Großeltern mütterlicherseits 10 Enkel und väterlicherseits 3 Enkel.
Geht man an dem Punkt der Großeltern noch eine Generation zu den Urgroßeltern zurück, DANN wird's jedoch interessant, ja fast spektakulär -für heutige Zeiten jedenfalls!- zumindest auf Seiten meiner Mama!
Ihre Mutter (also meine französische Bonnemaman) war nämlich die jüngste von 18 (!!!) Kindern und ihre älteste Schwester hatte zu dem Zeitpunkt bereits eine 6-jährige Tochter, sodass es echt eine Generationenverschiebung gab!
Jede Tante & jeder Onkel meiner Mutter hatte mehrere Kinder und so sind im Stammbaum meiner Mama naturellement UNZÄHLIGE Cousins & Cousinen zu finden, die wiederum ebenfalls etliche Kinder haben, meine so genannten "petits cousins", wie man in Frankreich sagt.
Ich erinnere mich da an frühere Familientreffen als Kind (leider meist nur zu Hochzeiten oder Beerdigungen), die echt fast jeden Rahmen sprengten.
Aber es gab da zwei Cousins meiner Mutter, die in Lille (Nordfrankreich) eine wunderbare Bistro-Brasserie hatten und für uns Kinder"gewusel" gab's bei den Zusammenkünften dann immer BERGE von goldgelben, knusprigen, selbst geschälten/-geschnittenen/-gebackenen, dicken Pommes frites mit ebenfalls selbst gemachter Sauce Tomate und kleinen Steaks..... einfach nur köstlich!!!
Habt ihr auch so Kindheitserinnerungen an (Groß-)Familienzusammenkünften?
4 Kommentare:
Großfamilie sterben aus, das kann sich eindach keiner mehr leisten.
Wir sind auch nur eine recht kleine Familie, aber solche Zusammenkünfte, wie du sie schilderst kenne ich auch, aber da gab es auch noch keine PC, Telefone ( zumindest im Osten nicht) und 10.000 Fernsehprogramme.
LG Shoushou
Also bei uns sieht es großfamilientechnisch auch eher mager aus. Und leider kommt man auch nur dann in größerer Runde zusammen, wenn es gilt, jemanden zu beerdigen :-( Zu meinen Cousinen und Cousins habe ich überhaupt keinen Kontakt. Sah sie zum letzten Mal auf Omas Trauerfeier und da es dort auch nur oberflächlichen Smalltalk gab, scheint ein erneutes Treffen eher unspannend.
Ich finde, wir haben in der schnelllebigen Zeit schon genug zu tun, unseren Freundeskreis zu pflegen, da muss man nicht nur um der Familie Willen Zeit mit Menschen verbringen, mit denen man sich außerhalb der verwandtschaftlichen Beziehungen auch nichts zu sagen hätte.
@ Shoushou
Ja, damals gab es das ganze Medienzeugs noch nicht, aber heute wird leider manchmal auch zu viel Zeit darauf/damit/dafür verwendet, statt mal eben übers WE 500km weit weg zu fahren, um sich REAL zu sehen, das finde ich schade!
@ Tonari
Der Meinung bin ich auch! Familie muss nicht um jeden Preis aufrecht erhalten werden, wenn keine Gemeinsamkeiten & Interessen da sind, nur, weil's eben "die Familie" und man blutsverwandt ist.
Ich habe z.B. nur zu meiner ältesten Cousine sehr engen regelmäßig virtuellen, aber auch realen Kontakt, obwohl wir beide immer sehr beschäftigt sind. Ihre 3 Geschwister hingegen habe ich jetzt schon über 15 Jahre nicht mehr gesehen. Noch entfernter sind für mich die Kinder meiner Tante, die in Neukaledonien lebt, was aber nicht ausschlaggebend ist. Da könnte man ja die heutigen technischen Errungenschaften nutzen, aber es gibt so gut wie keinen Kontakt... höchstens alle 3-5 Jahre mal.
Das Thema geht mir mitten ins Herz... Wir leben Großfamilie; mit allen Höhen und Tiefen. Mr. Summer und ich kommen beide aus kinderreichen Familien, und alle Ableger haben sich sehr großzügig weiter vermehrt und unsere heutigen Familientreffen sind als wirklich oft so: wir mieten einen Saal und dann gehts rund! Einmal im Jahr stellen wir sowas auf die Beine - wir sind über ganz Deutschland verteilt und auf diesen Tag freuen sich immer (fast) alle!
Bis vor kurzem hatten wir noch das Glück unsere Omas dabei zu haben - die wiederum längt den Überblick über Enkel und Urenkel verloren hatten.
Das alles bringt nartürlich mit sich, dass wir weitreichende Weihnachts- und Geburtstagsgeschenke im großen Kreis abgesagt haben und dafür lieber auf's Treffen sparen. Das kann man mit den tollsten Geschenken nicht gegen rechnen!
Positive Seiten haben wir sehr viele - die wiegen die dummen Bemerkungen wie: "habt ihr keinen Fernseher" oft auf, wenn jemande hört, dass wir 6 Kinder haben. Leicht wird man da in eine Schublade gedrängt und wir freuen uns immer ein dickes Loch in den Bauch, wenn wir dem Vielkinderfamilienklischee nicht so entsprechen, wie man es sich im ersten Moment vorgestellt hat.
So wie sich momentan aber kostenmäßig alles entwickelt werden wir (und unsere Geschwister) später wohl nicht mehr auf so viele Enkelchen blicken können - der Trend geht auch bei unseren Kindern schon (vorerst noch gedanklich) auf die max. 2 Kind-Familie zurück. Auch wenn momentan alle noch zur Schule gehen, bzw. die beiden Großen studieren, so ahnen sie schon, dass nicht sicher ist, ob sie bis ins Rentenalter Arbeit haben...
Liebe Grüße, Summer
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