Boahhhh, was für schwermütige Gedanken an einem sonnigen Junitag, aber was raus muss, muss raus und da genügen manchmal kleinste Gedankenassoziationen... das kennt ihr bestimmt auch.
Hier schrieb heute früh Der Dicke in seinem Blog: "Und mir wird bewusst, schon bald werde ich es sein, der geht." JA. Genau der Gedanke streift mich in den letzten Jahren auch immer öfter. Noch leben meine Eltern (Mutter 75, Vater 77... haben im April Goldene Hochzeit gefeiert ;-)), aber sie werden alt... und schon DAS mitzuerleben -wenn man sie immer voll aktiv am Leben teilnehmend erlebt und in Erinnerung hat- ist, wie ich finde, für uns Kinder schon ein seltsames Gefühl und dann beschleichen einen so Gedanken: Wie wird es sein, wenn sie mal nicht mehr sind? ....wenn man nicht mal eben zum Telephonhörer greifen kann, um sie anzurufen, ihre Stimme zu hören? Selbst, wenn man sich nichts Besonderes mitzuteilen oder zu besprechen, zu sagen hat.... einfach so um sich auszutauschen und zu fragen wie's geht etc.
Da meine Eltern in den letzten Jahren hauptsächlich in Frankreich leben (meine Mama ist ja Französin), sehen wir uns eher selten, denn man fährt nicht mal eben über's WE 850 km einfache Fahrt. Aber so 2-3x im Jahr sind sie auch wieder in Deutschland in ihrer Wohnung im Rheinland, wohin sie auch wieder ziehen werden, wenn's in dem großen Haus nimmer geht. Vor allem die lange Fahrt und das Pendeln bereitet doch zunehmend Schwierigkeiten und geht auch nimmer ohne 1-2 Zwischenstops mit Übernachtung. Gerade, wenn sie dann so unterwegs sind, mache ich mir doch Sorgen, denn die Reaktionsfähigkeit ist einfach nicht mehr dieselbe wie früher.... UND manchmal ertappe ich mich dann auch bei dem Gedanken, es könne jemand anrufen und mir sagen, meine Eltern seien bei einem Unfall tödlich verletzt worden oder dergleichen.... Schon allein deswegen habe ich mir auch angewöhnt, immer den letzten Anruf meiner Mama auf dem AB nicht zu löschen, denn WENN es mal so wäre -was ich nicht hoffe- dann hätte ich wenigstens noch den Klang ihrer Stimme... *puh*
Ist natürlich alles "Panikmache", aber der Gedanke lässt mich einfach nicht kalt!
Ich glaube so etwas, d.h. den Tod der Eltern, kann man sich nicht wirklich vorstellen, sondern erfährt das Gefühl wie es ist, den Rest des eigenen Lebens OHNE sie leben zu müssen, erst dann in Gänze, wenn es bereits geschehen ist!
Ich weiß nicht, ob man sich darauf "vorbereiten" kann oder was man tun kann, um das Thema TOD DER ELTERN in gewisser Weise "gelassener" anzugehen, denn auch, wenn das gegenseitige Verhältnis -auch heute noch- nicht immer spannungsfrei ist, so sind es doch DIE Eltern, die einen geboren und aufgezogen haben, die einen für's Leben gerüstet und für einen gesorgt haben, bis man selbst auf eigenen Füßen stand. Und dennoch liebt man genau Diejenigen, die dann tot sind, auch darüber hinaus, selbst, wenn es zu Lebzeiten vielleicht nicht immer so war... ;-)
Liebe & Tod & Liebe & Tod & Liebe.... ein äußerst ambivalentes Verhältnis!
3 Kommentare:
Wirklich düsteres Thema für diese hellen freundlichen Tage... aber genau das ist es ja: man kann es verdrängen, es bleibt dennoch da.
Im Umkreis meiner Eltern "kommen die Einschläge immer näher", alte Weggefährten sterben weg, mein Vater ist schon jetzt der letzte von sechs Geschwistern, die Nachbarschaft in der alten Wohnung dezimierte sich immer mehr, sodass es ihnen recht leicht viel, dort weg und näher zu uns zu ziehen...
Auf der anderen Seite erlebe ich, wie auch in meiner Generation liebe Menschen nicht mehr da sind.
Die eine ganz plötzlich, die andere nach langer Krankheit, aber gottlob kurzer Leidensphase, zwei weitere gerade in diesen Tagen in einem für mich und umso mehr ihre Anverwandten schier unerträglichen Kampf um die letzten Stunden. Der eine heiratet noch am Krankenbett, und selbst diese Trauung musste um einige Stunden verschoben werden...
Der Tod kommt. Das einzig sichere Element auf diesem wankelmütigen Erdenrund. Ich wünsche mir für meine Lieben, dass es "gut" geht. Dass sie friedlich einschlafen können, dass dem kein langer Leidensweg voran geht. Als vor einigen Jahren eine ältere Bekannte an einem Hirnschlag starb, meinte meine Freundin zu mir "sie hätte sich nicht so schnell aus dem Staub machen müssen, sie wird mir fehlen. Aber die Art ist für sie selbst nicht die schlechteste, so möcht ich das auch, einschlafen, weg." Kurz vor Weihnachten ist meine Freundin morgens einfach nicht mehr wachgeworden. Aneurisma. eingeschlafen, weg.
Wir waren und sind fassungslos. 47. Mitten aus einem intensiven, teils öffentlichen Leben. Viel zu früh.
Aber tief in mir drin freut sich ein kleiner Teil, dass es für sie so gekommen ist, wie sie sich das gewünscht hat. Ich bin auch an ihrem Tod gewachsen. Und so wird es wieder sein. Nur hoffentlich nicht so bald...
Habe ich Dich mit meinen Gedanken so sehr ins Grübeln gebracht? Sorry, wollte Dir nicht den Tag vermiesen.
Das festhalten zu wollen, was nicht festzuhalten ist macht uns glaube ich kaputt.
Abschied - und Trauer - bedeutet auch loslassen und abschließen mit dem unvermeidlichen.
Die Gedanken an das schöne der Vergangenheit bleiben ja erhalten. So kann doch jeder nur versuchen so viele unvergessliche Momente wie möglich zu erschaffen - oder?
Mich hat der Beitrag beim Dicken auch betrübt. Ich hab´ mein halbes Leben schon gelebt - krass, oder? Ich hab´ Angst vor´m Tod und vorallem vor das was kommt oder was nicht kommt....
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