Donnerstag, 9. Dezember 2010

BUCH-GeschenkTIPP 9 & Kleine musikalische Momente 9

Und wenn ich schon mal bei MUSIKER-Biographien bin, dann will ich es nicht versäumen auch noch folgendes, ganz wunderbare Büchlein -eine Autobiographie- zu empfehlen:

WOLFSSONATE (von Hélène Grimaud)
Sie ist -ebenso wie Rattle bei den Dirigenten- eine absolute Ausnahmepianistin.
Geboren Ende 1969 litt sie seit jüngster Kindheit unter dem heute weit verbreiteten und auch mehr als früher bekannten ADHS 
(-> Aufmerksamkeits - Hyperaktivitäts- Syndrom). Sie war ein unberechenbares, "wildes" und "unbequemes" Kind... nicht "brav" und angepasst, wie es von ihr erwartet wurde, sehr zur Verzweiflung ihrer Eltern.

Erst die MUSIK war es, die ihr das nötige "Ventil" verschaffte und da sie als Synästhetikerin über ein mehr als außergewöhnliches Talent verfügte, wurde sie -knapp 13-jährig- als jüngste Studentin aller Zeiten am französischen Conservatoire de Musique in Paris aufgenommen!
 
Hélène Grimaud durchlebt eine Zeit mit vielen Höhen & Tiefen... ständig getrieben von dem ewigen Gefühl der Perfektion und der Erkenntnis sie doch nie zu erreichen... 
Sie setzt -entgegen aller Ratschläger ihrer Lehrer & Professoren- ihren eigenen Kopf durch, spielt zu einem Zeitpunkt Stücke & Werke, für die ihre Persönlichkeit eigentlich noch zu jung ist, da es ihr an Lebenserfahrung fehlt. Und doch gelingt es ihr, was sie sich vornimmt:
Mit 16 Jahren schließt sie ihr Studium ab und nicht mal ein Jahr später (1987) gelingt ihr der internationale Durchbruch. Seitdem geht & macht ihren stets kämpferischen Weg.

1991 begegnet sie in Florida, wohin sie mit 21 Jahren zog, einer Wölfin, die ihr Leben veränderte. Eine Seelenverwandschaft wird deutlich und Grimaud spürt, dass sie den Wölfen in ihrem Wesen ähnelt. Acht Jahre später gründet sie im Bundesstaat NY ein Wolfsreservat, das sich dem Schutz & Erhalt der Wölfe, sowie ihrer Reintegration in ihre natürliche Umgebung widmet.

Leider ist die Übersetzung des Originals nicht sonderlich gelungen und man ärgert sich beim Lesen über so manchen Fehler... daher: Wer der französischen Sprache mächtig ist, sollte das Buch unter dem Titel "Variations sauvages"  erwerben & lesen, das obendrein wesentlich günstiger ist als die deutsche Übersetzung!
 
Grimauds Bach/Busoni "Chaconne" - Interpretation zeigt deutlich über welches unglaubliche Talent sie verfügt... sooo passend warme Töne an diesem eiskalten, dunklen Donnerstagabend...

BUCH-GeschenkTIPP 8

Simon Rattle - Abenteuer Musik - Die Biographie (Nicholas Kenyon)
Sir Simon Rattle gehört zu den größten & charismatischsten Dirigenten unserer Zeit.
Seit Mitte 2002 ist er Chefdirigent der Berliner Philharmoniker und das mit großem Erfolg!
Dieses Buch erzählt -gespickt mit unzähligen Anmerkungen Rattles, Originaldialogen, Gedankenfetzen, Briefen etc.- seinen Werdegang und verschafft somit einen ganz wunderbaren Einblick & Eindruck vom Leben dieses Ausnahmemusikers.
Bereits im Jahr seiner Berufung zu den Berliner Philharmonikern rief er das "Education-Programm Zukunft@BPhil" ins Leben, das im weitesten Sinne grenz-, alters- und soziale-Schichten-übergreifend Musik nahe bringen soll. 
>>Zukunft@BPhil soll uns daran erinnern, dass Musik kein Luxus ist, sondern ein Grundbedürfnis. Musik soll ein vitaler und essenzieller Bestandteil im Leben ALLER Menschen sein.<< (Sir Simon Rattle) 
Es wurden bereits unzählige Projekte in enger Zusammenarbeit mit Schulen & Bildungseinrichtungen aller Art realisiert.

"Le Sacre du Printemps" von Igor Strawinsky ist eines der ersten großen Projekte gewesen, das ~ 250 Kinder & Jugendliche von Berliner Grund- & Hauptschulen zusammen mit den Berliner Philharmonikern LIVE  aufgeführt haben. Über dieses Projekt entstand auch der preisgekrönte Film "Rhythm is it!" 

Vorweihnachtliche ADVENTSgedanken

Du merkst, dass WEIHNACHTEN unausweichlich kommt, wenn...

1. ...dein privater Terminkalender im Dezember fast so voll ist mit Terminen, das einem kaum noch eine freie Minute zum Genießen & Entspannen bleibt.
2. ...die ersten Häuser der Stadt bereits seit Mitte/Ende November ihre volle Festbeleuchtung aufgefahren haben und man dem bunten Geblinke kaum noch entgehen kann.

3. ...du nach dreimonatigem Ignorieren dem Angebot an weihnachtlichen Leckereien echt so langsam überdrüssig bist.
4. ...jedes zweite familiäre Gespräch sich fast nur noch um Wünsche dreht.

5. ...es beim morgentlichen Verlassen des Hauses immer nur noch dunkel und meist auch saukalt ist.
6. ...im Fernsehen die Werbung einen penetrant mit Dingen traktiert, die man eigentlich gar nicht möchte & braucht.
7. ...die Radiosender einen mit alljährlich wiederkehrenden "Happy-X-mas-Songs" beschallen.
8. ...in den Restaurants der Stadt wegen anstehender Weihnachtsfeiern kaum noch kein Tisch zu bekommen ist.
9. ...du Tageslicht nur noch am WE und ansonsten aus dem "Büro"fenster siehst.
10. ...Briefkasten und eMail-Box sich mit noch mehr Spam & Anfragen nach Geldspenden füllen, sodass die echten und virtuellen Karten dabei fast untergehen.

Und was sind eure Merkmale?
=> Wenn ihr Lust habt, dann schnappt euch dieses Stöckchen und macht mit! <=
Schreibt eure Antworten aber bitte auf euren Blog und NICHT hier in meine Kommentarliste, MERCI!

(Dieses Stöckchen fand ich bereits vor einigen Monaten irgendwo in den Weiten der Bloggerwelt, weiß aber nicht mehr WO genau, sorry!)

Mittwoch, 8. Dezember 2010

Kleine musikalische Momente - 8

Euch allen einen schönen Tag,
gute Gedanken zur Wochenmitte
& vor allem Gesundheit!

Dienstag, 7. Dezember 2010

Kleine musikalische Momente - 7

Die Sängerinnen der Celtic Woman sehen aus wie Barbies und können singen wie Engel..... mit einem Ausdruck der für die irischen Folksongs so berühmten anmutig-glasklaren und dennoch kraftvollen Stimmen. Eine unschlagbare und sehr erfolgreiche Kombination!

Sonntag, 5. Dezember 2010

BUCH-GeschenkTIPP 7

Herr Mozart wacht auf (Eva Baronsky)
Bereits im Sommer 2009 erschien dieser Erstlingsroman der Autorin. Ich las das Buch jedoch erst letzten Winter, da ich es meinem Vater schenken wollte, der über W.A. MOZART fast alles an Literatur (& auch Noten!) hat, was & die man nur haben kann. (Die Sammelleidenschaft diesbezüglich hält bei ihm nun schon an die 30 Jahre und wir entdecken alle beide immer wieder neue Skurilitäten... das macht echt Spaß! ;-))

Mozart stirbt exakt HEUTE vor 219 Jahren (jaaaaa, jetzt rechnet mal schön! *lach*) ... er weiß es noch genau, dass ihm das ja eigentlich wiederfahren ist, nämlich, als er am morgen nach seinem Tod aufwacht!

Komplette Verwirrung -das stelle man sich mal vor, es würde einem von uns passieren- und nach & nach begreift er seine Umwelt und stellt fest, dass er sich in der Zukunft im Jahre 2006 befindet.... 215 Jahre NACH seinem Tod. Und jetzt? Wozu das Ganze?
Das kann nur bedeuten, dass er den göttlichen Auftrag hat sein REQUIEM zu beenden.
Dieses unglaubliche Stück, das er -hier streiten sich die Geister vehement- im Fieberwahn geschrieben hat (-> ganz großartig dazu die Schlussszene im Film AMADEUS!!!s.u.) ... oder eben auch nicht, wer weiß? 
Hört doch mal sein Lacrimosa...
(=> Lautsprecher voll aufdrehen & zurücklehnen & sich von der Musik durchströmen lassen & gucken (Schlussszene aus AMADEUS)... garantierter Gänsehautfaktor!):
Na, jedenfalls "eiert" Mozart nun unter dem unverfänglichen Namen Wolfgang Mustermann durch Wien, versucht alles, was ihm widerfährt auf die Reihe zu kriegen und sich in der "gefährlichen" aber für ihn natürlich interessanten Zukunft irgendwie zurecht zu finden. 

Fazit: Ein ganz wunderbares Buch, das man in einem Rutsch durchlesen kann und dabei ständig ein Lächeln auf den Lippen hat! 
Die Leichtigkeit, die man gerne in die Figur MOZARTs hinein interpretiert und die man durchaus auch mit seiner Musik verbindet, hat die Autorin ausgesprochen gut rüber gebracht... 
=> warmherzig, lebensfroh & absolut wienerisch, bittschön! <=

Samstag, 4. Dezember 2010

Kleine musikalische Momente - 6

Joseph-Maurice RAVEL (geboren Anfang März 1875, gestorben Ende Dezember 1937) und Achille-Claude Debussy (geboren Mitte August 1862, gestorben Ende März 1918) waren -wie ihr sicherlich alle wisst- bekannte französische Komponisten, die neben Gabriel Fauré, Jacques Ibert, Camille Saint-Saens und auch Paul Dukas (der hat die Filmmusik zu Disneys "Der Zauberlehrling" geschrieben, der wiederum auf Goethes Gedicht basiert ... großartig!) etc. zu den Hauptvertretern des Impressionismus in der Musik gehörten.

Die "Pavane pour une Infante defunte" wurde original 1899 für Klavier komponiert. Erst im Jahre 1910 hat Ravel selbst eine Orchesterfassung *(s.u.) dazu geschrieben.
 

Das "Prélude à l'après-midi d'un faune" (1884) gilt -neben "La Mer"- zu Debussys berühmtestem / bekanntestem  Werken, obwohl es insgesamt nur 10 min. dauert. 
Ravel hat 1910 eine (sauschwer zu spielende Fassung) für Klavier zu vier Händen daraus geschaffen!
Er schuf mit seiner Musik DAS Bindeglied 
zwischen der Romantik & der Moderne!

* n.b.: Ravel bearbeitete auch Moussorgskys Klavier-Zyklus "Bilder einer Ausstellung" 1922 zu einer großen Suite für Orchester!