Hier möchte ich euch in den kommenden Tagen & Wochen einige Bücher vorstellen, die mir im Laufe meines Leselebens besonders gut gefallen haben und von denen ich denke, dass sie für euch ebenfalls von Interesse sein könnten ODER ihr daraus sogar noch den ein oder anderen Advents-/Weihnachts-Verschenk-Tipp als Anregung mitnehmt.
VIEL SPAß DABEI!
Das Kochbuch des Kannibalen - Ein kulinarischer Thriller
(von Carlos Balmaceda)
Dieses TB (201 Seiten, Piper Verlag) ließ mich vor fast zwei Jahren um diese Zeit nicht mehr los und ein irgendwie seltsames Gefühl blieb am Schluss übrig... eine Mischung aus Geschichtszuwachs, Erkenntnisgewinnung, Neue-Rezepte-ausprobieren-wollen, aber auch in gewisser Weise "ekelhafte Faszination", im Sinne von: Wie-kann-man-nur-so-nüchtern-etwas-so-Grausames-beschreiben!
Nicht, dass das jetzt hier falsch verstanden wird: dieses Buch ist KEINE blutige Splatterstory, nein, es ist viel subtiler und aufgrund der besonderen Erzählweise vielleicht umso "gruseliger". Man weiß, dass das im Titel stehende Wort irgendwann am Ende des Buches durchbricht und das erhöht in gewisser Weise den Reiz bis zum bitteren Ende weiter zu lesen. Nun aber genug der Worte, ich füge euch hier mal meine damals auch beim A*MAZON veröffentlichte Rezension bei:
Wenn man das 1. Kapitel -quasi den Prolog- mit wachsender Atemlosigkeit, Faszination, aber auch ein wenig Grusel "überstanden" hat, dann fragt man sich, ob diese bereits auf 2,5 Seiten aufgebaute Spannung nun das ganze Buch über so aufrecht erhalten werden kann.
Ich sage SIE KANN, allerdings auf völlig andere Art als möglicherweise erwartet! Balmaceda spannt gekonnt und mit wunderbarer Sprache (Kompliment an dieser Stelle auch an die Übersetzerin) einen fast 100-jährigen "argentinischen Reigen", durchstreift die diversen kleinen Familiengeschichten mit immer wiederkehrenden Rückblenden (hilfreich ist dabei der Stammbaum der Familien am Ende des Buches!).
Das legendäre Koch-, besser gesagt "Handbuch der Südatlantischen Küche", ist dabei quasi der rote Faden, der die wechselhafte Historie durchzieht, immer wieder in Erscheinung tritt, raffnierte, kulinarische Verfeinerungen erfährt bis hin zum finalen, aber erwarteten Entsetzen.
Kaltblütig und abgeklärt handelt der erst 18-jährige Meisterkoch César Lombroso, letzter Spross der Familie, mit dem auch der Prolog beginnt. Man fühlt sich in der Tat ein wenig an Süskinds "Das Parfüm" erinnert und doch ist Sprache eine ganz andere, vor allem ein anderer SINN wird angesprochen.
Bei der im Text verwobenen Beschreibung der Rezepte, Speisen und Gewürze läuft einem das Wasser im Munde zusammen und man möchte eigentlich gleich loslaufen um besagte Ingredienzen zu kaufen und sich selbst an den Herd zu stellen, einfach großartig-phantastisch und auch stilistisch gekonnt umgesetzt.
Fazit: Ein für mein Empfinden durch und durch empfehlenswertes Buch für all' diejenigen, die gerne gut kochen und obendrein spannende Geschichten lieben!
Hat hier eine/r von euch dieses Buch ebenfalls schon gelesen?
Wenn ja, dann würde mich eure Meinung interessieren, wenn nein, dann RAN.... traut euch, es lohnt sich!